
Die Kwa Watoto Primary School ist eine informelle, d.h. nichtstaatliche Schule für Slumkinder. Sie liegt im Soweto Slum von Nairobi. Derzeit wird die Schule von etwa 700 Kindern der Klassen 1 bis 8 besucht, außerdem gibt es eine Vorschulklasse (pre-unit) und zwei Kindergartenklassen.
Die Klassenräume
sind zwar gemauert, haben aber löchrige Blechplatten als
Dach und einen Lehmboden, der sich zur Regenzeit natürlich
in eine Schlammwüste verwandelt.
80 Kinder pro Klasse sind keine Seltenheit, so dass ein geregelter Unterricht oft nur schwer durchführbar ist. Trotzdem kommen die Kinder freiwillig, gern und regelmäßig zur Schule, da dies für sie ein sicherer und geschützter Raum ist, in dem sie auch mal Spaß haben und spielen können.
Das familiäre und soziale Umfeld der Slum-Kinder ist absolut desolat. Ein ganz großer Teil der Kinder hat bereits mindestens ein Elternteil durch AIDS verloren; da dies oft der Vater ist, bleiben die Frauen mittellos zurück und manchen bleibt nicht anderes übrig, als der Prostitution nachzugehen, um sich und ihre Kinder irgendwie zu ernähren.
Viele Kinder haben bereits
beide Eltern verloren und schlagen sich allein durch oder leben
bei sogenannten "guardians", das können Verwandte
sein oder auch Personen, die nicht zur Familie
gehören. Leider ist die Zahl der Fälle von Vernachlässigung
und sexuellem Missbrauch bei diesen Kindern besonders hoch.
Die Kinder der Slum-Schulen sind im wahrsten Sinne des Wortes bettelarm; sie gehen in vielen Fällen morgens ohne Frühstück aus dem Haus und bekommen erst am Abend ihre erste und einzige Mahlzeit. Im Gegensatz zu den staatlichen Schulen, in denen Schuluniformen vorgeschrieben sind, dürfen die Kinder dieser Schule mit dem erscheinen, was sie am Leibe tragen. Dies ist meist die einzige Kleidung, die sie besitzen.
© Christine Rauhut 2004-2007